Landesarmutskonferenz

Erklärung der Landesarmutskonferenz Brandenburg zum Europäischen Jahr gegen Armut und Soziale Ausgrenzung

Armut in Deutschland ist kein Randphänomen, sondern längst in der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Menschen, vor allem Alleinerziehende und Kinder, sind dringend auf die Unterstützung dieser Gesellschaft angewiesen. Der in den letzten Jahren entstandene Billiglohnsektor und die mangelnde Bereitschaft der Bundesregierung bei der Einführung eines gesetzlichen und -branchenübergreifenden Mindestlohns führen insbesondere in Ostdeutschland zu einer Verarmung breiter Bevölkerungsschichten. Mehr als eine Million Menschen sind sogenannte Aufstocker, d.h., sie können sich und ihre Familien nicht durch ihre Hände Arbeit ernähren!

Wie die aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung belegt, ist insbesondere der Niedriglohnsektor stark gestiegen: von 18% im Jahr 2008 auf 22% im Jahr 2009. Gleichzeitig ist der Verdienst im Niedriglohnsektor in den Jahren seit 2000 gesunken. Dagegen wächst der private Reichtum in Deutschland kontinuierlich an. Wie aus einer Studie der a merikanischen Unternehmensberatung Boston Consulting hervorgeht, ist die Anzahl der deutschen Millionärshaushalte von 2009 zu 2010 um 23% gestiegen.

Allerdings ist das Geld ungleich verteilt: in Deutschland haben Einkommensunterschiede und relative Armut in den Jahren 2000 bis 2005 mehr zugenommen, als in anderen Industriestaaten. Während der Ansturm auf die Tafeln und Suppenküchen dieser Republik anhält, entziehen sich immer mehr Vermögende ihrer Verantwortung. So werden geschätzte 30 Milliarden Euro am Fiskus vorbei geschleust. Dies ist ein beredtes Zeichen dafür, dass in diesem Land der soziale Zusammenhalt auf dem Spiel steht!

Die aktuelle Bundesregierung scheint dieser Herausforderung nicht gewachsen. Ihr gerade vorgelegtes Sparpaket zeugt nicht nur von kühler Berechnung, wo der geringste Widerstand zu erwarten ist, sondern ist auch Ausdruck einer nur noch als zynisch zu bezeichnenden Grundhaltung gegenüber den Lebens- und Teilhabechancen der Menschen in diesem Land. Während die Leistungsstarken geschont werden, während Banken weder an den Folgekosten der von ihnen verursachten, größten Finanz- und Schuldenkrise beteiligt, noch am weiteren Zocken gehindert werden, wird alleinerziehenden Müttern und ihren Kindern die notwendige Unterstützung versagt. Damit wird das Gerede von der kinderfreundlichen Gesellschaft als reine Scheindebatte entlarvt. Es fehlt, an einem ehrlichen Willen, das Sozialstaatprinzip auch künftig als eine der Grundfesten in unserem Land umzusetzen. Auch die Rentenkürzung für SGB II Empfänger zeugt von der Haltung einer Politik, die die betroffenen Menschen längst aufgegeben hat und sie dauerhaft zu Almosenempfängern degradiert. Hinzu kommt, dass mit der Entscheidung den Kommunen sehenden Auges eine Last aufgebürdet wird, die sie nicht tragen können. Klientelpolitik führt zum Finanzcrash unserer Städte und Gemeinden.

Die Brandenburger Landesarmutskonferenz fordert deshalb die Bundesregierung auf, zu den Grundprinzipien unseres Sozialstaates, die die Würde des Einzelnen als Fundament einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft in den Mittelpunkt gestellt haben, zurückzukehren! Wir fordern die sofortige Rücknahme der beschlossenen Einsparungen auf dem Rücken der Ärmsten dieser Gesellschaft!

Wir fordern eine deutliche Beteiligung der Banken an der Sanierung des durch sie überschuldeten öffentlichen Haushaltes, etwa eine Bankenabgabe sowie eine nachhaltige Kontrolle der internationalen Finanzmärkte!

Wir fordern die Anhebung des europaweit geringsten Spitzensteuersatzes, damit sich die Leistungsfähigen dieser Gesellschaft angemessen an der Finanzierung der öffentlichen Aufgaben beteiligen können!

Wir fordern einen bundesweiten gesetzlichen Mindestlohn, der es den Menschen ermöglicht, dauerhaft ohne staatliche Unterstützung leben zu können!

Wir fordern eine allgemeine Grundrente, um der drohenden Altersarmut insbesondere in Ostdeutschland vorzubeugen!

Wir fordern die unverzügliche Neuberechnung und Anhebung des Regelsatzes für ALG II Empfänger sowie kostenlosen Zugang zu Förder- und Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche.

Wir erwarten, dass den Kosten für die Verhinderung von Armut die Kosten für die Verhinderung von Chancen gegenübergestellt werden. Wir werden schon in Kürze in diesem Land jeden Einzelnen brauchen, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen. Wir können es uns nicht leisten, Kinder zurückzulassen! Familien, Kinder und Jugendliche brauchen eine Chance für gesellschaftliche Teilhabe, brauchen bestmögliche Förderung, um ihrer und unserer Zukunft willen!

Potsdam, 21. Juni 2010

Gez. Landesarmutskonferenz Brandenburg
 
Betrüger unterwegs


Falsche Spendensammler unterwegs!

Eine aufmerksame Bürgerin informierte uns darüber, dass am Mittwoch im Ortsteil Ladeburg ein Betrüger unterwegs war, der vorgab für die Bernauer Tafel Spenden zu sammeln. Der Verein distanziert sich aufs schärfste von dieser Person. Wir haben noch nie eine Straßensammlung organisiert und haben dies auch nicht vor. Leider ist es nicht auszuschließen, dass dieser Mann auch im weiteren Stadtgebiet veruchen wird Gelder einzusammeln. Bitte lassen sie sich nicht einschüchtern und weisen sie ihn zurück.

Informieren sie bitte umgehend die Bernauer Polizeiwache unter der Telefonnummer 03338 3610. Es ist traurig, dass unsere Arbeit durch so eine Aktion in den Schmutz gezogen wird. Wenn sie Fragen oder anmerkungen haben, dann melden sie sich bitte telefonisch unter 03338 39638 oder per Mail.


Vielen Dank für Ihre Unterstützung

 
Unterstützung beim Kinderfest

Unterstützung beim Kinderfest 

Fleißige Unterstützung beim diesjährigen Kinderfest im Külzpark kam auch von der Bernauer Tafel. Mit viel Liebe vorbereitet wurden verschiedene Angebote des kulinarischen Metiers, die auch von den Gästen und Besuchern mit viel positivem Feedback genutzt wurden, für eine kleine Aufwandsentschädigung weitergegeben. Ein großer Korb mit kostenlosem Obst und Gemüse stand ebenfalls zur Verfügung. Das Team der Tafel war, trotz der Hitze mit ungebrochenem Einsatz von Anfang bis Ende mit dabei und freut sich auch darauf, im nächsten Jahr dieses Angebot unterbreiten zu können.

 
Kühlfahrzeug einsatzbereit!

Wir haben es geschafft! Nachdem unser "altes" Kühlfahrzeug am 03.04.10 bei einem unverschuldeten Unfall einen Totalschaden erlitten hat, war es ein langer Kampf mit Versicherungen. Sicher sind auch noch nicht alle Kosten gedeckt, aber das neue Kühlfahrzeug fährt jetzt und ist auch als solches zu erkennen. Wir bedanken uns bei all jenen, die durch ihre Spenden dazu beigetragen haben, dass dies möglich geworden ist. Wir möchten aber auch niemanden davon abhalten weiter zu spenden, da noch eine Finanzlücke geblieben ist, die es heisst auszugleichen.

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung. Persönlich im Büro, Rüdnitzer Ch. 48-50 in Bernau, telefonisch unter 03338 39638 oder per Mail an Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können .

    Kühlfahrzeug

 
Neues Angebot des Sozialwerk

Auf unserem Gelände in Bernau, Rüdnitzer Chaussee 48-50, haben wir eine neue Möglichkeit für Sie neue Waren günstig zu erwerben. In erster Linie sind dieses Textilien für Kinder und Damen. Eingerichtet vom Barnimer Sozialwerk hoffen wir damit, vielen eine gute und günstige Alternative zu anderen Anbietern liefern zu können.

Es lohnt sich in jedem Fall vorbeizuschauen. Sie sind jederzeit, auch außerhalb der Öffnungszeiten willkommen.

Textilien und Sonderposten

 
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